23.06.2026: Vorstellung des Impulspapiers "Dekarbonisierung des Gebäudesektors in Deutschland"

© Adobe Stock @ Ingo Bartussek

Webinar mit Präsentation und Austausch zum neuen Impulspapiers der WPKS

Der Gebäudesektor verursacht rund 16 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Dabei handelt es sich ausschließlich um direkte Emissionen aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern in Gebäuden. Um die im Bundesklimaschutzgesetz (KSG) festgelegten sektoralen Emissionsminderungsziele zu erreichen existieren im Kern zwei Ansätze: 1. die energetische Sanierung der Gebäudehülle, um dadurch den Endenergiebedarf und damit die Emissionen zu senken (Effizienz) sowie 2. die Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung, um unmittelbar Emissionen zu vermeiden.

Aufgrund geringer Neubautätigkeit sowie der Baualtersstruktur liegt der Hebel zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors in Deutschland im Gebäudebestand. Hier setzt auch das Impulspapier „Dekarbonisierung des Gebäudesektors in Deutschland“ der Wissenschaftsplattform Klimaschutz (WPKS) an und adressiert das Zusammenspiel und die Gewichtung von Energieeffizienz (energetische Sanierung der Gebäudehülle) und dem schnellen Umstieg auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands. Zudem hinterfragt die WPKS, welche Folgen, Vor- und Nachteile eine Verschiebung des Fokus von tiefgreifenden energetischen Sanierungen zu einem Umstieg auf klimaneutrale Wärmeversorgung hätte und welche Auswirkungen sich daraus für das Energie- und Stromsystem ergeben. Basierend darauf leitet die Wissenschaftsplattform Klimaschutz Handlungsempfehlungen zur Regulierung und Förderung der Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung, zur notwendigen Anpassung des Energiesystems, sowie zu den Zielen und der Ausrichtung der Energieberatung ab.

Die in Auftrag gegebene Studie zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands bildet eine wichtige Grundlage für die Analysen. Zudem fließen die Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Rechtsgutachtens zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands in die Betrachtungen ein.

Innerhalb des Webinars am 23.06.2026 stellte Andrea Meyn die zentralen Aussagen des Impulspapiers sowie die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen vor und erläuterte zudem weiterführende Fragestellungen, die das im Herbst 2026 erscheinende Politikpapier zusätzlich aufgreifen wird. Anschließend tauschte sich das Team der WPKS gemeinsam mit Vertreter:innen aus Praxis, Behörden und Forschung über den aktuellen Wissensstand, die abgeleiteten Handlungsempfehlungen sowie deren Umsetzung in die Praxis aus. Die WPKS nimmt die Hinweise und Vorschläge aus dieser Diskussion mit für ihre weitere Arbeit.

Das Team der WPKS bedankt sich bei allen Teilnehmenden für ihre Teilnahme am Webinar, die anregende Diskussion und die wertvollen Hinweise.